Kotor und Dubrovnik

Am frühen Nachmittag sind wir in den Bergen losgefahren, um nicht in der größten Hitze die Stadt Kotor zu besichtigen. Bei Budva sind wir das erste Mal seit 2 Wochen wieder ans Meer gekommen und prompt war wieder deutlich mehr Verkehr. Das kleine Stück der montenegrinischen Küste, das wir gesehen haben, ist auch schon relativ verbaut und wir sind an einigen Baustellen für weitere Hotelkomplexe vorbeigefahren.

In Kotor haben wir relativ zentral an einem nicht besonders schönen Parkplatz geparkt, um dort später auch zu schlafen und sind dann, mit Blick auf zwei auslaufende Kreuzfahrtschiffe, in die Altstadt gelaufen. Diese legen direkt vor der Altstadt an und die Kreuzfahrttouristen müssen zum Überqueren der Uferstraße nur einmal mit der Rolltreppe runter und wieder hochfahren und sind da. Die Altstadt ist sehr klein, sie besteht nur aus ein paar Gassen und es war unser Glück, dass die paar tausend Kreuzfahrttouristen gerade abgelegt hatten. Es war nämlich so noch relativ voll und außerdem unerträglich heiß. Wir sind also nur ein bisschen rumgeschlendert – stets auf der Suche nach Schatten – und dann wieder aus der Altstadt raus zum Spielplatz in einem Park. Als es dunkel wurde und wir was gegessen hatten, sind wir dann nochmal durch die Altstadt gelaufen und konnten die Atmosphäre etwas mehr genießen. Denn eigentlich ist Kotor eine nette, kleine Stadt mit vielen Katzen (es heißt auch Cat City), aber ist wirklich nur noch auf Touristen ausgelegt. Das wirkt auf den Fotos viel anders, was aber täuscht 😉.

Nach einer heißen Nacht mit wenig Schlaf sind wir direkt los und wollten in Perast, das einige Kilometer weiter in der Bucht von Kotor liegt, frühstücken. Nachdem dort der Parkplatz für Wohnmobile aber 12€/h kostet, haben wir entschieden, doch ins nächste Dorf zu fahren. Dort gabs Frühstück und wieder mal einen Spielplatz, bevor wir nach Kroatien weitergefahren sind. Gegen Mittag waren wir dann am Camping Kate südlich von Dubrovnik. Auch hier haben wir wieder eine Familie getroffen, die auch am Shkodrasee waren. Es ist echt lustig, wie sich manche Wege immer wieder kreuzen.

Nachmittags sind wir die vielen Stufen zum Meer runtergelaufen und waren schwimmen und Eis essen. Abends kam am Campingplatz ein richtig heißer Wind auf, gefühlt war es wärmer als mittags und es hat nachts überhaupt nicht abgekühlt 🥵. Mit wenig Schlaf sind wir am nächsten Morgen dann wieder zum Hafen gelaufen und mit dem Boot nach Dubrovnik gefahren. Kurz: die Bootsfahrt und das klimatisierte Naturkundemuseum waren nett 😉. Lang: mit dem Boot in Dubrovnik anzukommen, war schön, da man einen tollen Blick auf die Stadt hat. Aber bereits am Hafen und ohne Fahrtwind war’s extrem heiß (um die 38 Grad) und wir haben uns direkt in die schattigeren Gassen verzogen. Gerade die größeren Gassen und „Game of Thrones“ Orte sind extrem voll. Paul ist dann in der Trage eingeschlafen, aber vermutlich durch die Hitze alle paar Minuten weinend aufgewacht. Durch Zufall sind wir am Naturkundemuseum vorbeigekommen und der nette Herr an der Kasse hat uns einfach durchgewunken, als wir eigentlich nur den schattigen Innenhof angucken wollten. Das Museum war klimatisiert und Paul hat dann in der Mitte eines Ausstellungsraums auf einer Bank geschlafen 😴. Aber auch für Amelie und Elias war’s schön, die ganzen Tiere und Knochen zu entdecken.

Danach haben wir uns weiter treiben lassen, bis plötzlich überall der Strom ausgefallen ist. Viele Läden haben einfach zugemacht und auch Geld haben wir keines mehr bekommen – den Campingplatz sollten wir nämlich bar bezahlen. Eis wollte auch keiner mehr verkaufen – also war mittags wieder Zeit zurück zu fahren. Das dachten wohl mehrere, aber zum Glück sind wir gerade noch so aufs Boot gekommen. Auch in Mlini war Stromausfall (insgesamt waren 4 Länder betroffen, wie wir dann gelesen haben) und so haben uns die Betreiber des Campingplatzes am nächsten Tag dann doch mit Karte zahlen lassen – komisch, dass es dann doch geht 🤔.

Fazit zu Kotor und Dubrovnik: eigentlich schöne Städte, aber im Nachhinein stellt sich immer die Frage, wieso man gerade da hingeht, wo alle hingehen – überlaufen, teuer und von authentisch und beschaulich weit entfernt.